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LAST AVENUE
18.07.2009: open air rothenburg,
inwil (lu).
cancelled!

24.7.2009: piedra libre open air,
freienstein bei embrach (zh).

31.07.2009: Grienen,
Winterthur-Sennhof

16.8.2009:cafe zähringer,
zürich (zh).

19.12.2009: Urschrei Nr. 6, Gemeindesaal,
Hausen a. A.


SPACE DEBRIS
10.09.2009: Dolder 2
Feuerthalen

11.09.2009: Tell Saal,
Ostermundingen

12.09.2009: Provitreff,
Zürich

31.12.2009: Alte Schule,
Wolfsbehringen tbc


GINGER
16.-19.07.2009: Bar Jeder Sinne,
Burg Herzberg Festival, Hessen (Hessen)

31.07.2009: Woodstock Open Air,
Mirapuri (I)

1.08.2009: Out in the Gurin (early show),
Vilters (SG)

1.08.2009:Grienen (late show)
Winterthur-Sennhof

14.08.2009: Salzhaus,
Winterthur

21.08.2009:HPs Garden Session,
Baden (AG)

22.08.2009: Kimock Open Air,
Baden Baden (D)

5.09.2009: Little Woodstock
Saarwellingen (D)

10.09.2009: Dolder2,
Feuerthalen

12.09.2009: Provitreff
Zürich.

02.10.2009: World Bar,
Zürich

09.10.2009: Das Haus
Eckernförde (D)

10.10.2009: Dragens Hule
Koebenhavn/Copenhagen (DK)

13.10.2009: Nörgelbuff
Göttingen (D)

17.10.2009: Belle Epoque,
Siegen (D)


STRAWBERRY JAM 1.08.2009: Feelgood Festival,
Niedergösgen

28.08.2009: Reithalle,
Balsthal (BL)

29.08.2009: Musig ide Altstadt,
Aarau (AG)

27.02.2010: Lindeball
Biel tbc

1.07.2010: Maienzug
Aarau tbc


BZZ
31.07.2009: Grienen,
Winterthur-Sennhof

short trips

HEIDELBERG & HAMBURG

HEIDELBERG
2. bis 4. November


Einmal mehr mache ich mich auf ins Rhein-Neckar-Delta. Wieder ein Mal steht ein Besuch in Heidelberg an, bei meiner Freundin Nadine, mit der ich zusammen an einem Buchprojekt arbeite. Erst einmal aber verpassen wir uns am Heidelberger Hauptbahnhof, weil es ein Missverständnis mit den Ankunftszeiten gab. Also komme ich an, von Nadine aber keine Spur. Ich begebe mich mal in die Wartehalle, vielleicht hat sie sich ja verspätet und so würde ich sie gerade erspähen, statt dessen stolpert mir aber ihr Freund Robby über den Weg. Der schaut relativ baff, als ich meine: "Ist schon lustig mit euch, da verabredet man sich mit jemand von euch zweien, und es kommt die andere Person!"

Dann haben wir bei Nadine zu Hause angerufen und uns die Zeit mit Kaffee und "Teilchen" (in der Schweiz würde man dazu jetzt "Gebäckstücke" sagen, oder das Ding konkret benennen, zum Beispiel mit "Schoko-Croissant") vertrieben.

Bei Nadine angekommen, starten wir ein kleines-grosses Geköch und Gedoots und dann machen wir uns auf, das Heidelberger Nachtleben zu erobern. Es steht eine Funk und Soul Party an im "Zum Teufel", leider kippt der Sound nach ein Uhr immer mehr in die 80er-Disco-Hits. Deshalb ziehen wir weiter in s Cave 54, wo wir schon den legendären Chica-Geburtstags-Glapf eingeläutet hatten.

Am nächsten Morgen gehen wir erst einkaufen, kochen etwas leckeres und arbeiten dann ein paar Stunden an unserem gemeinsamen Roman. Leider vergebens.
Am Abend gehts dann in den Schwimmbad Klub, wo Al Jawala spielen, eine Gypsy-Jazz-Balkan-Funk Truppe mit zwei Saxofonen, einem technischen Souhund als Bassisten und keiner Gitarre, dafür einem grossartigen Perkussionisten. Alles in allem eine eher ungewöhnliche Kombination, die mich nicht aus den Socken gehauen hätten, wenn ich das Line-Up gelesen hätte, zwei Saxofone sind dann doch schnell ein Mal zwei Saxofone zu viel.
Nichtsdestotrotz überzeugte die Band mit viel Groove, Improvisationen, spannenden Breaks und Tanzstimmung. Und wenn wir gleich zu den Tänzern kommen: da hatte es im Publikum ein paar ganz schlimme Exemplare. Süss war das Neo-Hippie-Rasta-Pärchen vor uns mit ihrem exorbitanten Sirtaki-Gehüpfe. Eher etwas peinlich war der geschniegelte und gegeelte Freizeitcasanova mit seiner Russin. Die schlängelte sich beim Tanzen so routiniert um ihn herum wie die Ostblockgirls in den einschlägigen Bars. Also komplett deplaziert. Wo der die wohl aufgegabelt hatte?
Wir rätselten ob er die wohl irgendwo bei einer Verlosung für einen Abend lang gewonnen hatte; immerhin war ja "Tag des Mannes" wie der (eher nicht schwule) Saxofonist nach jedem zweiten Song verkündete.

Nadines Heiserkeit und Erkältungssymptome hatten inzwischen ihren Höchststand erreicht, daher machten wir uns nach dem Konzert bald einmal auf und waren an jenem Abend ein ganzes Stück früher zu Haus.


4. BIS 6. November
HAMBURG


Sonntagabend, 20.00 Uhr, S-Bahnhof "Holstenstrasse". Ich steige aus dem oben genannten Gefährt, da grinsen mir auf dem Bahnsteig drei Freaks entgegen: einer gross (Maui), einer eher klein (Jan) und einer hippiemässig-langhaarig (Peter). Drei Viertel der Hamburger Jam Band CAPTAIN OBVIOUS bilden mein Empfangskomitee. Mann, bin ich froh, endlich hier zu sein! Diese Begrüssung entschädigt mich schon fast für die ganzen Strapazen und den Stress der Reise von Heidelberg hierhin.

Doch halt, von Anfang an: Bevor ich nämlich am Sonntagabend auf jenem Bahnsteig so goldig willkommen geheissen werde, drückt mir das Schicksal einen schönen Spiessrutenlauf auf, wo ich meine ganze Reisetauglichkeit und mein ganzes "On the Road"-Feeling mal wieder unter Beweis stellen darf: Im Mannheimer Hauptbahnhof angekommen, habe ich etwa 20 Minuten Aufenthalt, bevor ich den ICE nach Hamburg erwischen sollte, der um halb sechs Abends da ankommen sollte, wie es mit Maui verabredet war. Diese 20 Minuten erweisen sich als ideal um Geld zu wechseln und etwas Wegverpflegung zu kaufen. Und weil Sonntag ist und am Sonntag irgendwie alle unterwegs zu sein scheinen und weil so ein Menschenauflauf herrscht an jenem Sonntag in der Halle des Mannheimer Hauptbahnhofes, muss man sich überall, wo man etwas will, anstellen. Das heisst dann jedes Mal: Reisetasche abladen, Laptop abladen, Anstehen, Besorgung erledigen, Laptop aufladen, Reisetasche aufladen, weiter zum nächsten Schalter. Irgenwann zwischen Bäckereistand und Gleis lade ich dann mein Laptop nicht mehr auf, weil es schlicht weg nicht mehr da steht.

Weg. Geklaut!
Die mögen wir doch am liebsten...

Zuerst denk ich noch, ich hätte die Tasche mit dem Laptop irgendwo vergessen oder stehen gelassen, nach einer halben Stunde herumrennen und hundert Leute fragen plus einem Besuch auf der Polizeistation dämmerts mir dann, dass das Ding wohl geklaut worden ist. Der Zug nach Hamburg ist natürlich schon längst abgefahren inzwischen und Mauis Handynummer habe ich nicht.
Ich nehme also mal den nächsten Zug nach Hamburg, komme da etwas mehr als eine Stunde verspätet an - von Maui keine Spur. Logischerweise. Ich wollte ja auch über eine Stunde früher da sein.
(Woher kommt mir das schon wieder bekannt vor?)

Mittels einigen Telefonaten und mit Hilfe des Schweden komme ich dann an die Telefonnummern von Meister Maui ran, der mich dann eben an den S-Bahnhof HOlstenstrasse bestellt, wo wir gleich ein mal erst Bier einkaufen gehen und ein Besäufnis starten.
Danach gings weiter ans Konzert der BABACOOLS, einer Hannoverschen Latin-Reggae-Fun-Truppe mit etwa 5 Musikern und noch ein Mal 3 MCs/Sängern. Und diese 3 Typen sahen alle so furchtbar metro&gegelt aus, dass wir uns ernsthaft gefragt haben, wer von denen NICHT homo ist. Das Konzert war aber ganz okay und für einen Sonntagabend brachten die Jungs das halbvolle Knust ganz schön zum rocken. Lustig war, dass wir von irgend so einem Bleiertypen, der aber selber überhaupt nichts mit der Band zu tun hat, durch den Hintereingang herein geführt worden sind (also ohne zu bezahlen, was meinen Hamburger Freunden gerade recht kam), wo wir dann leider genau dem Booker der Ladens, Norbert, in die Arme liefen, mit dem ich auch schon Bekanntschaft geschlossen hatte (allerdings war er damals so blau, ist er wohl immer, dass er sich nicht an mich zu erinnern schien).

Der nächste Tag war dann geprägt von lange Ausschlafen, Frühstück & Morgendoots, Bootsfahrt, dem Aztekenhaus, Kochen in Jan&Tims WG (Gitarrist & Bassist von Captain Obvious) und einer Band-Jam-Probe von CO. Weil Montag war und überhaupt bis auf den Jan, der dann so ein bisschen Fremdenführer für mich spielte, alle zur Arbeit mussten, wurde es an jenem Abend auch nicht so spät wie am Tag zuvor.

Am Dienstag besuchten wir dann noch das MINIATUR WUNDERLAND, die absolut erstaunliche, miniatur-mässig nachgebaute Welt eines Freaks. Statt die Modelleisenbahnen durch eine PHantasielandschaft rattern zu lassen, baute irgend so ein Freak zuerst Hamburg nach, dann weitere Teile Deutschlands, Skandinaviens, Nordamerikas und der Schweiz. Da stehen dann also so die wichtigsten und bekannstesten Gebäude und in den Fensterchen sind Lichtlein, und es wird Tag und Nacht, und nicht nur Züge rattern durch diese ganze spacige Angelegenheit, aus kleine Autos und Lastwagen fahren auf Strassen, ganz ohne Schienen, halten an roten Ampeln und blinken beim Abbiegen!
Mein Gott, wie spacig ist das denn!

Man verbringt dann schnell ein Mal 3 Stunden in diesem Paradies und wenn man rauskommt, schwirrt einen der Kopf und man staunt wie gross all die Gebäude und Autos doch eigentlich sind...


... so alles in allem kann ich einfach nur sagen:
"DAS HAT SPASS GEMACHT!"

Brüssel

Nach der späten Nacht mit SIENA ROOT in Leuven, in einer backsteinbau-mässigen venue im industrieviertel hinter dem Bahnhof des Provinzstädtchens Leuven, in einer Gegend also, wo die 24-Stunden-Shops wie folgt (auf flämisch) angeschrieben sind


wachte ich dann am nächsten Mittag ziemlich kaputt auf und beschloss, mir noch ein bisschen die belgische Hauptstadt anzusehen.

Ich unternahm also eine Sightseeing-Tour, die einen mit Jazzstandarts und Blues im Ohr auf dem Deck eines Doppeldeckerbusses durch die wichtigsten Viertel der Stadt fährt. Also so richtig touristenmässig.
Aber wenn man bloss einen halben Tag zur Verfügung hat, was soll man machen? Immerhin ist Brüssel eine 1-Millionen-Metropole und flächenmässig eine wahnsinnig grosse Stadt.

Von all den verschiedenen Vierteln (Europaviertel mit Glas&Stahl-Architektur, Königsviertel mit Residenzen, Villen und Parks, aber alles hinter Gittern und Mauern oder das Brüsseler Wahrzeichen, das Atomium) gefiel mir das Altstadtviertel um den Bahnhof herum am besten. Mit seinen schmalen, kopfsteingepflasterten und autofreien Gassen, und den verwitterten ehemals prachtvoll-überladenen Fassaden, welche die hohen, schmalen sich eng aneinanderschmiegenden Häuser zieren.



Diese Gassen sind wohl die ganze Woche über aber ganz bestimmt am Sonntagnachmittag mit Leben gefüllt: kleine Strassenmärkte, Karikaturisten und andere Künstler unterhalten die Passanten, rammelvolle Cafes und Frittenbuden laden ein, den kleinen Hunger zu stillen, Waffelstände (sehr typisch belgisch, diese Waffeln! Aber grossartig zum Frühstück!), Chocolatiers und Süssigkeitengeschäften


verführen zum Naschen, Buchläden und Kleidergeschäfte sind geöffnet unf für Gourmets finden sich diese winzigen rustikalen Restaurants im Pariser Stil, mit wackeligen Zweierholztischchen und rot-weiss-karierten Tischdecken, die alle dasselbe anbieten; Moules et Frittes (Miesmuscheln und Fritten):
.


In Brüssel gäbe es bestimmt noch eine ganze Menge mehr zu entdecken! Da dieser ultrakurz-Trip auch mein erster nach Belgien war, sind mir natürlich schon ein paar Dinge besonders aufgefallen.

Da wären mal die alten Bahnhöfe:



die den etwas morbiden Charme vom Glanz der Vergangenheit haben, wie so alle alten öffentlichen Gebäude,


die dann im Stilmix auf grosszügig-luftige Architektur und neues Design treffen:



Ausserdem der absolut selbstverständliche und problemlose Umgang mit der Zweisprachigkeit: Jeder versteht alles und man antwortet halt einfach grad in der Sprache, die einen grad näher liegt oder sich besser eignet.

Und drittens natürlich die kulinarische Kultur: Waffeln, Moules&Frittes, Gyros&Tsatsiki, Chocolatiers, Hunderte verschiedenster belgischer, Biersorten (Quittenbier zum Beispiel - ja, also wie das geht frage ich mich ja auch!), "Eten uit de muur" (wie in Holland) und eben diese oben erwähnten frankophilen winzigen Gourmettempel.

Lissabon

Wieder mal eher spontan habe ich mich entschlossen, über die Feiertage (Pfingsten) ins Ausland zu entfliehen. Die Wahl fiel dann nach einigem Hin und Her auf Lissabon, wobei eines der Auswahlkriterien der Flugpreis war. Da wir ja im Easy-Jet-Zeitalter leben, war jedoch das beinahe wichtigste Kriterium, dass es ein Ort sein sollte, wo ich noch nie zuvor war.


Ich kam dann am Sonntagnachmittag auf dem Lissabonner Flughafen an und die erste Überraschung wartete sogleich: zweieinhalb Flugstunden südlich von Zürich herschte dasselbe kühle graue Nieselwetter. (Dafür war ein Fussballmatch im Gange, und die Siegesfeiern für Sporting Portugal sollten Verkehr bis weit nach Mitternacht auf Trab halten) Dann machte ich mich auf, einen Bus zu suchen, der so nahe als möglich an meinem Hotel hielt: der Busfahrer konnte allerdings auf die vom Geldautomaten ausgespuckten Euroscheine kein Rückgeld geben, also winkte er mich gratis durch. Sehr nett, die Leute in Portugal!

Den ersten Abend verbrachte ich mit herumstrolchen im Stadtzentrum Lissabons, wo sich auch mein Hotel befand: in "walking distance" von allen wichtigen Plätzen, Sehenswürdigkeiten und Trendquartiere. Instinktiv die richtige Wahl getroffen. Dabei gelang mir das unmögliche einen offenen Supermarkt zu finden (an einem Sonntagabend!), der allerdings von Asiaten geführt wurde, deren es noch einige in Lissabon gibt: indische, thailändische und chinesische Immigranten beherrschen all die Restaurants, die nicht traditionell portugiesisch kochen (und derer gibt es eine Menge). Ausserdem afrikanische Strassenverkäufer, brasilianische Kioskfrauen, kommunistische Wandanschläge

und südamerikanische Ethnokitsch-Musiker. Wie überall, eben.

Am nächsten Tag, nach einem selbstorganisierten ausgiebigen Frühstücksbuffet im sonnigen Hinterhof unseres einfachen Hotels - das Hotel war mit einer primitiven Küche ausgestatten: Kühlschrank, Toaster, Mikrowelle, Wasserkocher - stiegen wir auf zum Castelo, von wo aus man eine gute Übersicht über Lissabons grossflächiges Stadtgebiet kriegt. In solch alten Ruinen (die ältesten Bausteine von diesem Castelo sollen von den alten PHöniziern stammen!) fange ich jeweils immer an, mich wie eine schlossherrin zu fühlen:

Kein Wunder bei der Aussicht:

Dabei wird einen auch klar, dass die Stadt NICHT am Meer liegt, obwohl es vom Ufer des Flusses Tejo aus so aussieht, dermassen breit ist er, sondern etwa 5km im Landesinnern an der Mündung des Tejo. Bei einem Streifzug durch die Viertel Graça und Alfama kann man eine weitere Lokale Spezialität bewundern: die Keramikfassaden.
keramik1
Alle wohlhabenderen Häuser sind mit diesen bunten Keramikplatten reich verziert, oft in beinahe schon psychedelisch anmutenden Mustern:
keramik2
So viel herumlaufen und staunen und fotografieren macht müde - und nach einem späten Mittagessen gönne ich mir eine Siesta. Als ich wieder aufwache, ist gerade die Sonne am Untergehen und die Stadt erwacht wieder zum Leben. Im Trendviertel Bairro Alto finden wir dann ein alternatives Restaurant, das sogar eine richtig brauchbare vegetarische Küche aufweist (eine Seltenheit, sogar in der Weltstadt Lissabon). Ein Abendspaziergang führt uns dann zum "Hippie Café" einem Lebensmittel- & Weingeschäft wo auch sonst noch allerhand Trödel verkauft wird.


Der zweite Tag führt uns unter anderem ins grösste Einkaufszentrum Lissabons, auf das ehemalige Expo-Gelände und auf den famosen Lissabonner Flohmarkt ("feira"). Es ist auch ein Erlebnis, mit den Lissabonner Vorortzügen durch die Pampa zu rattern, vorbei an reichen Villen,

in voller Pracht blühenden Bougainville-Bäumen,

leeren Feldern, schrägen Strommasten und die ganze Fahrt kostet nur 75 Cent! Das Erlebnis "Metro" zur Feierabend-Stosszeit ist dann etwas dichter gedrängt.
Nach dem selbstkomponierten Abendessen auf unserer kleinen "Terasse" erkunden wir noch einen Klub der "60 Anos" heisst und offenbar live 60ies Sound haben soll - es stellt sich dann als ziemlich leere, aber gemütlich eingerichtete Lounge-Bar mit zerschlissenen Sofas, niedrigen Tischchen und Chillout-Jazz heraus. Also nix Sixties!

Auf dem Weg dahin probieren wir noch eine lokale Spezialität: Ginja, ein Kirschenlikör.
Man laufe den lustigen Leuten mit den kleinen weissen Plastikbechern nach, komme irgendwann in eine dunkle Gasse wo die Leute vor einer Ausschankbude Schlange stehen und lasse sich aus einer Glasbuddel den selbstgebrannten Schnaps inklusive Früchtchen in so einen weissen Becher eingiessen. Dann streife man durch die Stadt bis man ein lauschiges Plätzchen finde, um sich auf eine Treppe zu setzen, den Strassenmusikern zuzuhören und den tief hängenden Mond zu betrachten. Das ist das Geheimnis des Ginja.

Am dritten Tag ist Streik! Kein öffentliches Verkehrsmittel tut seinen Dienst. Wir nehmen uns also die Sehenswürdigkeiten der näheren Umgebung vor und landen dabei im Botanischen Garten, der ziemlich verfallen und verlassen anmutet. Nur der Schmetterlingspavillon ist auf Hochglanz getrimmt - dafür kostet er auch extra Eintritt. Im Quartier Bairro Alto verlaufen wir uns dann gröber, und landen auf einem quadratischen Platz, wo Taube und Mensch sich die Abendsonne teilen. Irgendetwas Magisches geht von diesem Platz aus, mit all den hohen Häusern ringsum, mit den bunten Keramikfassaden, die streitenden Tauben und den zeitungslesenden portugiesischen Opas.
Abendessen gönnen wir uns dann in einem indischen Restaurant.

Am vierten Tag stehen wir früh auf, packen unser Picknick ein - denn den letzten Ferientag muss man ja bei solch schönem Wetter am Strand verbringen!!! Wenn man denn schon am am Meer ist...

ZÜRICH-MANNHEIM-HEIDELBERG-SCHÜTTORF-ZÜRICH

wieder mal ein wochenende on the road verbracht. am freitagnachmittag, 13. april um 16.02 uhr besteige ich den ic/ice von zürich nach mannheim. mit viel gepäck beladen und einer weissen rose (immerhin feiert meine freundin heute ihren 23.ten geburtstag) kämpfe ich mich dann im feierabendverkehr durch die *quadratstadt.

wir gönnen uns ein abendessen und ein paar joints, bevor wir uns zu unserer ersten mini-odyssee zum cave 54 aufmachen. das cave 54 ist deutschlands ältester jazzkeller und noch immer aktives und sehr stimmungsvolles livemusik-lokal in der heidelberger altstadt.
in einem stress (das konzert sollte um 21.30 uhr beginnen) rennen wir um 9 uhr abends aus dem haus, fahren mit der strassenbahn zum mannheimer hauptbahnhof, wo wir erst mal glorios die s-bahn in die falsche richtung erwischen und statt in heidelberg sonstwo landen. gut, aussteigen, umsteigen, zurückfahren zweiter versuch: diesmal kommen wir tatsächlich in heidelberg an. inzwischen ist 22 uhr schon vorbei. und wo genau das cave sein sollte, wissen wir auch nicht, bloss dass es sich gegenüber der heiliggeistkirche irgendwo in der nähe des bismarkplatzes befindet. leider fahren um diese tageszeit auch in der studentenstadt heidelberg die busse nicht mehr sooo häufig und wir sehen uns gzwungen, den rest des weges zu fuss zurückzulegen, wobei wir uns natürlich gröber verlaufen. schliesslich nehmen wir ein taxi und treffen gerade pünklich zum zweiten set im cave 54 ein, nachdem ein zionistisch angehauchter taxifahrer uns mit seinen kirchenchorauftritten zutextet und uns die fahrt ewig erscheinen lässt.

im cave 54 erwartet uns dann auch schon nadine aka lady atlantis erwartet, die als fast schon alteingesessene heidelbergerin das cave natürlich kennt und sich freut, eine richtige und eine halbe ausländerin da zu treffen.
die band BLUENATICS haben sich inzwischen schon richtig warm gespielt und getrunken und auf der engen bühne in der engen grotte (cave heisst ja grotte und das trifft absolut zu) ziemlich abgehen. mit der band um gitarrist richie arndt ist eine amerikanische bluessängerin und bluesharspielerin namens kelly auf tour.
einen etwas ausführlicheren gig-review gibt es bald hier zu lesen...

nach ein paar stunden abhängen und quatschen und erinnerungsfotos ist es dann schon wieder zeit für meine chica und mich, den heimweg anzutreten: immerhin steht noch eine gewaltige odyssee nach mannheim mit öffentlichen verkehrsmitteln an und nach einer kurzen nacht steht noch die viel grössere, eigentliche odysses vom samstag und sonntag an: nämlich der trip ans TEN YEARS AFTER konzert in schüttorf im norden deutschlands an der grenze zu holland.
so hatten wir am freitagabend schon mal ein ganz nettes warm-up für die kommenden zwei tage. eine nette überraschung boten dann auch noch der bulleneinsatz direkt unter dem schlafzimmerfenster (fiel einer besoffen auf den hinterkopf und hat alles vollgeblutet, polizei, notarzt und ne menge gaffer). und ich steh am fenster, zieh den vorhand und blick genau auf die riesenplatzwunde, einen aufgeschlagenen hinterkopf einen knappen meter unter meiner nase, der zu bluten einfach nicht mehr aufhöre will. na dann. gut nacht. und schöne träume. zum glück bin ich mir solche dinge von meinem berufsleben her ein bisschen gewohnt.)

samstagmorgen. duschen. kaffee. packen. noch ziemlich müde aus dem haus. erstes foto-shooting an der strassenbahnhalte "neumarkt". dann die odyssee mit dem "schönes wochenende"-ticket**.
MANNHEIM-BINGEN
BINGEN-KOBLENZ am loreleyfelsen vorbei
KOBLENZ-KÖLN eiskaffeepause in köln
KÖLN-MÜNSTER
MÜNSTER-RHEINE
RHEINE-SCHÜTTORF.

provinz. und zwar so richtig. aber immerhin: nach 9 stunden zugfahrt sind wir da. zum glück war der schlagzeuger der BLUENATICS gestern eben genau aus schüttorf und konnte uns einigermassen erklären, wie denn der komplex (so heisst die venue) zu finden sei vom bahnhof her. man fällt also schon auf inmitten von provinzjugend als kiffende schweizer chicks. so viel steht mal fest.

dann noch ein wenig gehänge und geblei und dann die erste show von TEN YEARS AFTER (die offenbar extrem schwierig tun sollen in bezug auf hotels, essen und spielzeit, so dass kurzerhand der support act SIENA ROOT als zweite band geplant wurde).
TEN YEARS AFTER spielen eine etwas kurze aber sehr geile show und die ganze venue ist voll (400 leute, wie passten die da bloss alle rein?) und geht mit. vor allem der bassist leo lyons, der hat ne frisur wie albert einstein, schlohweisses haar , der macht richtig party auf der bühne. der gitarrist ist mir persönlich nicht besonder sympatisch, zieht während der ganzen show eine etwas angeschissene fresse, und das obwohl er eigentlich der jüngste ist. schlagzeuger ric lee und keyboarder chick churchill gehören auch schon seit gründungszeiten zur combo und unterstreichen das image der altherrenband auf nicht unsympatische weise. ric lees schlagzeugsolo ist aber im vergleich zu demjenigen, was nach ihm noch geboten wurde ziemlich langfädig und etwas lasch.

nach einer längeren umbaupause und einem ausführlichen line-check spielen dann SIENA ROOT tatsächlich noch fast zwei stunden, wobei sie natürlich nach so einem konzert einen schweren stand hatten, keinen anständigen soundcheck, ziemlich stress und eine leider dramaturgisch katastrophale set list. sie haben daher die erste hälfte ihrer show ziemlich lange, um warm zu laufen und erst in den letzten 4-5 songs das gezeigt, was ich bis jetzt schon zwei mal von anfang an erlebt habe: den dynamic root rock.
als ich dann daher nach dem konzert um eine kritik gefragt werde, weiss ich nicht so recht was sagen und vertröste auf später auf den review...

nach einer kurzen nacht (gut da bin ich selber schuld dran) heisst es dann schon bald wieder weiter stressen um den ganzen langen weg mit all den regionalbahnen wieder in die schweiz zu machen: ich bin also tatsächlich 14 stunden unterwegs, bis ich endlich wieder an meinem heimatbahnhof aus der s bahn steige und die letzte viertelstunde heimweg noch unter die füsse nehme.

wie gern wäre ich am sonntag morgen noch gemütlich mit der band bei rainer gechillt hätte mit ihnen das frühstück genossen und wäre vielleicht mit ihnen noch nach bonn gefahren, an den nächsten gig...



*der slogan des mannheimer pr-büros lautet: LEBEN IM QUADRAT, weil die strassen alle schachbrettmusterartig im rechten winkel aufeinander treffen (amerikanisch inspirierte nachkriegs städteplanung, würde ich mal schätzen) und daher der stadtplan von mannheim aussieht, als ob die stadt als lauter quadraten zusammen gesetzt sei.
** mit dem schönes-wochenede ticket reist man ein wochenende lang durch deutschland für 35 euro. leider nur auf dem netz der regionalbahnen, daher so viele mal umsteigen...

stockholm (english version)

arriving at arlanda airport in stockholm already makes you feel the so called scandinavian cosiness: all floors, walls and ceilings are covered in wooden panels, there is no elevators, but stairs, no fancy arts but man high indoor plants.
the customs mainly consist of a small old ladies´ dog (precisely a cocker spaniel) whirring between peoples feet and legs and barely reaching my knees with its nose. it wouldnt have found any illegal substance anyway.
i am a bit excited as i step into the waiting hall - and there he stands, a blonde hippie smiling shyly at me: love, my host for the next 7 days and the drummer of SIENA ROOT.

it is close to noon and on our way from arlanda airport to the city (which is about 60km) we have a coffee break at the "greenhouse". wandering between sahara steppe, the rainforest of the amazonas, californian desert and oil trees of the mediterrania.

on my second day we "climb" the hill that overlooks stockholm in order to get better orientation. that is truly necessary as stockholm seems to consists of a hundred of bigger and smaller islands, almost all of them built over by old houses and churches or huge modern glass-and-steel-buildings, groved in by narrow alleys or big malls. all those islands build a barrier between the sea and a huge sweet water lake. and sometimes if you get lost on one of those islands and suddenly stand at the edge between land and sea again it really is hard to tell wheter the water you see is now the lake or the sea.

in wintertime in sweden the sun sets about 3 in the afternoon and after 4 its pitch dark like night: there is not too much sense in sightseeing. the swedes seem to prefer spending their afternoons in the cafes and their evenings in the pubs during the cold season. all cafes are very nicely decorated, with cosy corners, dim light, sofas and candles.
generally i noticed that the swedes seem to have a slight mania for decoration: every window is - between curtain and glass pane - stuffed with lights, plants, candles, wooden toy figures such as ships, horses, houses and others, trolls, kitsch, flower and plants or all together.

my third and fourth day i spend exploring stockholms islands on my own. i have a look at the "town hall" where the annual award of the nobel prize is being held and i buy a swedish-english pocket dictionnary (you never know what it might be good for).

in the evening i meet my friends back in midsommerkransen, a neighborhood in the south of stockholm, at an alternative culture-cafe called tellus (latin for "earth"), where we watch "lord of the rings" on a big screen.

saturday night we spend downtown in a rock club where we see the concert of a swedish "southern states dirty rock"-band which we call "the swedish rednecks", as their behaviour on stage is influenced by alcoholic stupidity and sexistic remarks about the three not very talented female backing vocalists.(as k.g. said: „Now you should be really glad that you dont understand Swedish, because what they are saying is not really nice”)

on my last day we have late breakfast (or early dinner) at a mediterranian-turkish-indian vegetarian restaurant where you can choose from a big buffet for aboutg 12 euro and where a choice of drinks (among it fancy exotic stuff like pomegrenade sirup) are for free.

one weeks always seems to pass way too quickly; just when you start to get into the life of a city you will have to leave again...


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...over the mountains and across the sea
who knows what will be waiting for me

Stockholm

Schon bei der Ankunft im Terminal 5 in Arlanda, dem Flughafen von Stockholm, überfällt einen die skandinavische Gemütlichkeit: Boden, Wände und Decke sind aus warmem dunklen Holz gezimmert, Rolltreppen gibt es keine und statt irgendwelchen modernen Kunstwerken stehen Eimer mit mannshohen Zimmerpflanzen darin herum. Das Ausladen der Gepäckstücke dauert dann auch etwas länger und es kann schon sein, dass das Rollband leer vor sich hin zuckelt, bevor die nächste Ladung Koffer und Taschen ihren Weg darauf findet.
Die Einreisekontrolle besteht dann aus einem Cockerspaniel der etwas an meinen Schuhen rumschnüffelt und mit der Nase kaum bis zu meinen Knien hochkommt – gefunden hätte er aber sowieso nichts. Etwas aufgeregt trete ich dann ich die Ankunftshalle und sehe doch tatsächlich einen blonden Hippie herumstehen und mir scheu entgegengrinsen: Love, mein Gastgeber und Schlagzeuger der Band SIENA ROOT.

Es ist kurz vor Mittag und wir gönnen uns einen Kaffee im Botanischen Garten von Stockholm, wandeln zwischen Saharasteppe, Amazonasregenwald und Mittelmeerhalle.

Am zweiten Tag besteigen wir den „Hausberg“ Stockholm, damit ich mir einen Überblick über die Stadt verschaffen kann. Gar nicht mal so einfach: Stockholm besteht aus vielen kleinen Insel die eine Barriere zwischen dem Meer und einem grossen Süsswassersee bilden. Danach erkunde ich das Herz Stockholms: Gamla Stan. Wie überall in Europa sind die engen Gassen dieses autofreien Kernstücks mit Touristen überfüllt, wobei es hier auffällig viele Russen hat. Hier reiht sich Laden an Laden und alle verkaufen ungefähr den selben Krimskrams.
Um drei Uhr Nachmittags geht im Winter in Schweden die Sonne schon wieder unter und ab vier Uhr sieht es draussen aus wie nachts; viel Sightseeing liegt da nicht drin und auch die Schweden ziehen es offenbar in der kalten Jahreszeit vor, den Nachmittag in Cafes und den Abend in Pubs zu verbringen. Die Cafes sind auch alle sehr nett und thematisch dekoriert, haben oft einen gemütliche Ecke mit Sofas und Kissen, ausserdem Kerzen, Bilder und viel bunte Dekoration. Allgemein ist mir der Dekorationfimmel der Schweden aufgefallen: jedes Fensterchen wird mit viel Liebe und Aufwand geschmückt: sei es mit Lichtern, Stickdecken, Kerzen, Teddybärchen, Schiffchen, Pflanzen, Holzpferdchen, Trollen, Nippes oder allem zusammen.

Den dritten und vierten Tag verbringe ich alleine damit, mir Stockholms Inseln etwas genauer anzusehen, ausserdem besichtige ich die „City Hall“ und kaufe mir ein Taschenwörterbuch Englisch-Schwedisch. Man weiss ja nie. Die Abende verbringen wir mit meinen schwedischen Freunden der Band „Siena Root“ und deren Truppe in einem alten Kino und alternativen Kulturtreffpunkt namens „Tellus“ (lateinisch für „Erde“), wo wir uns „Lord of the Rings“ auf Grossleinwand anschauen oder in einer Kneipe in Midsommerkransen, einem Wohnquartier im Süden Stockholms. Da die Kneipen um eins schliessen, wird die Party oft bei einem gastfreundlichen Schweden in seiner Wohnung/WG weitergeführt und vor fünf Uhr morgens kommt man kaum ins Bett.

Am Samstagabend gehen wir dann in einen der angesagten Rockschuppen in der Stadt und sehen uns das Konzert einer schwedischen Südstaatenschweinerockband an. Die Jungs sind total besoffen, toben auf der Bühne, machen primitive Sprüche (O-Ton K.G.: „Now you should be really glad that you dont understand Swedish, because what they are saying is not really nice”) und benehmen sich auch sonst ziemlich Rockstarmässig.

An meinem letzten Tag in Stockholm (eine Woche geht viel zu schnell vorbei) essen wir unser spätes Frühstück/frühes Abendessen in einem vegetarischen mediterran-türkisch-indischen Restaurant, wo man für knapp 20.- von einem riesigen Buffet wählen kann und ausserdem die Getränke gratis sind.

Irgendwie geht so eine Woche viel zu schnell vorbei und gerade wenn man anfängt, sich in einer neuen Stadt richtig einzuleben, muss man wieder gehen


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over the mountains and across the sea
who knows what will be waiting for me


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this review will soon be posted in english also. keep on checking by!

tripping in time

also am letzten wochenende war ich endlich mal wieder in mannheim (mh) und dazu noch in heidelberg (hd), und zwar habe ich der lady atlantis einen besuch abgestattet.

mannheim gefällt mir immer besser, obwohl ich - als ich das erste mal da war, was nun auch schon zwei jahre her ist - anfänglich das ruhrpottimage der stadt bestätigt fand.
heidelberg ist auch ganz süss, viel kleiner halt, aber dafür auch freakiger, irgendwie.


das wochenende war eigentlich ein beständiges pendeln zwischen mh und hd, zwischen der bude von lady atlantis, von ihrem liebsten, dem casino cosmonaut, dem rude7 und irgendwelchen strassencafes. wir waren also, wenn nicht gerade am kaffeetrinken, philosophieren, pläne schmieden, romanideen kreieren, wein trinken, abfesten, rauchen oder unserer mission "blättchen" nachgehen, was sich oftmal alles zur gleichen zeit abspielte, so ziemlich permanent "on the road". was natürlich riesig spass gemacht hat, weil es das wahre leben ist.
nur etwas kaputt war ich auf der heimfahrt.


das highlight dieser zweieinhalb tage war aber definitiv das trip in time festival das noch seinen eigenen beitrag unter "gig reviews" bekommen wird. mal wieder massig neue gute bands entdeckt und mich mit democds eindecken lassen. (wie das geht? ganz einfach: man muss den leuten nur erzählen, man sei eine schweizer produzentin und partyorganisatorin auf talentscouttour *riesengrins* was natürlich im weitesten sinn auch stimmt, auch wenn ich das nie so überheblich ausdrücken würde!)

und ein zweites highlight hoffen wir bald hier und bei der lady atlantis in ersten auszügen präsentieren zu können: ein netter typ im casino cosmonaut hat uns nämlich morgens um halb fünf auf die idee gebracht, dass wir ja zusammen eine geschichte schreiben könnten. und da ich sowieso noch ein paar figuren meiner eigenen story, die noch immer titellos ist, "entsorgen" muss, hat diese idee in den ca 50 stunden ziemlich konkrete formen angenommen.

lasst euch also überraschen....

joe bonamassa, holland und pearl jam

mangels eigenem pc komme ich nicht mehr so oft ins internet, weshalb ich diese drei ereignisse, die eigentlich jedes einzelne einen eigenen beitrag verdient hätten, hiermit kurzerhand zusammenfasse:

am samstagabend, den 9. september habe ich mir im versnobtesten, verkokstesten schuppen unserer stadt joe bonamassa reingezogen: was für ein talent!
ein junger bluesgitarrist und sänger (nun, ja als sänger überzeugt er ja nur mässig), keine 30, aber er spielt den blues wie die grossen, ja sogar besser noch; er spielt im blues die grossen an die wand.
dazwischen zeigt er noch kurz in einem fünfminütigen instrumentalstück, was man alles so alleine mit einer gitarre anstellen kann, (ohne dabei unanständig zu werden!!) und steckt in diesen fünf minuten alle blues-, jazz-, flamenco- und latin-, sowie alle heavymetalsologitarristen von bb king über scofield, manito de plata und steve vai in den sack.
wahnsinn!

am nächsten tag fahre ich dann auch schon weiter nach holland, genauer gesagt amsterdam, wo ich dann relativ spät abends ankomme, noch eine kurze runde am leidseplein drehe (scheint momentan so das angesagteste ausgangsviertel zu sein), am nächsten morgen früh aufstehe und mir die ganze härte der realität via anne-frank-museum gebe (inkl. einer israelischen familienreisegruppe von ca 20 personen, die das mahnmal als "lästiges" pflichtprogramm abhaken).
am nachmittag fahre ich dann weiter nach den haag, wo meine liebe frau b., die gerade noch geburtstag hat, mich am bahnhof abholt. dann folgt eine lange odysee mit booten auf kanälen, mit fahrrädern, trams und dem auto auf strassen zwischen strand, altstadt und vororten den haags.
eine odysee die geprägt ist von vielen kleinen bier&joint stopps.

was für ein land, in dem kiffen legal ist!!

am mittwochmorgen steige ich dann in zürich am hauptbahnhof mehr oder weniger übernächtigt fit aus dem city night line und verbringe die nächsten paar stunden, bevor ich mich wieder in den zug nach basel bern setze, in privater zweisamkeit mit gitarren und (wieder einmal mehr) bruder grow.

als krönung der letzten paar intensiven tage folgt dann noch der pearl jam gig. ich habe ja pj vorher nicht wirklich gut gekannt, die ganze grunge sache ist (mit ausnahme vom unplugged mtv sessions - album von nirvana) ziemlich spurlos an mir vorübergezogen, wie noch vieles aus der musikewelt der 80er und 90er. ich muss zugeben, dass ich überrascht bin, wie (original 70er blues)rockig pearl jam klangen. guuuut, das clapton-cover (little wing) hätte es nicht gebraucht. aber ansonsten war das konzert wirklich gut, 2 zugaben, im gesamten haben sie doch gute 2h gespielt, und vor allem so ganz ohne starallüren, wie man es bei einer band, die schon so lange im zirkus umhertingelt, erwartet.


what a flash!

the raconteurs in paris, boot led zeppelin in london

donnerstag, 24.8. 20:30 uhr
nach einem langen (10stunden) arbeitstag besteige ich den zug nach basel, wo ich dank einer sehr kooperativen hostelmitarbeiterin mitten in der nacht eine ziemlich saubere, günstige und zentral gelegene bleibe habe.

freitag, 25.8. 05:00
ich fahre schwarz mit dem shuttle vom bahnhof in basel an den flughafen raus. checke dort ein und sitze 45 minuten später im flieger nach paris. ebenfalls auf diesem flug hat es 6 junge sturzbetrunkene männliche baslerische teenager, die beständig von irgend einem festival labern

freitag, 25.8. 09:00
ich fahre mit der metro vom flughafen in die innenstadt (ile-de-france) und nehme mir vor, zuerst direkt im hostel einchecken. als ich die station "notre dame" ausgeruft werden höre, kann ich es nicht bleiben lassen und steige aus. ich treibe mich gut 2 stunden in der pariser altstadt herum, schaue mir schöne plätzchen an, trinke kaffee in einem bistro bei reaumur sebastopol und lasse meine gedanken zu papier fliessen.

freitag, 25.8. 12:00 (high noon)
ich checke im hostel ein, nehme eine dusche. danach fahre ich zum friedhof pere lachaise, wo ich das grab von jim morrison abknipse.

freitag, 25.8. 15:00
punkt drei uhr beginnt das festival, punkt drei uhr bin ich bei der endstation der bois de boulogne-metro-linie. leider muss man ca eine stunde anstehen, und so bekomme ich das konzert von WOLFMOTHER nur akkustisch und nicht optisch mit über. aber so hammermässig klingt das nun auch wieder nacht. danach ziehe ich mir folgende bands:

CALEXICO
INDIA ARIE
NEIMO (eine lokale indie band; ein mix aus ramones und rolling stones. absolut heiss!)
CLAP YOUR HANDS SAY YEAH
KASABIAN
THE RACONTEURS

zu den raconteurs gibt es noch einen einen spezial eintrag bei den konzert reviews!

samstag, 26.8. 9:00
frühstück im hostel. packen, duschen, auschecken. im montmartre herumstreichen. postkarte an die grossmutter.

samstag, 26.8. 13:08
jetzt genau komme ich im terminal 3 des flughafen charles de gaulle (cdg) an, und in genau 2 minuten läuft die checkintime für meinen easy jet flug ab, aber die penner haben den schalter schon dichtgemacht. da laufe ich zum anzeige schild und das sagt, dass der flug verspätet ist. da denke ich mir: ja gut vielleicht ist der so verspätet, dass die noch gar nicht angefangen haben mit einchecken. ich frage eine nette junge dame mit orangefarbener weste, die auskunftsgeberinnenfunktion inne hat, ob denn nun einchecken noch möglich sei und wenn ja dann bitteschön wo. die sagt mir einen schalter, und genau vor diesen schalter chille ich mich mit der französischen ausgabe des "rolling stone" (ein grottenschlechtes musikmagazin aber das beste, das man in frankreich bekommt) genau vor diesen verdammten schalter hin. nach einer stunde ist noch immer nix los bei dem schalter, also frage ich mal das fräulein am easyjet-infostand, wo vorhin noch kein schwanz zu sehen war, was denn nun los sei, und was sagt die mir: der flug hat pünktlich abgehoben.
sag mal, gehts noch?
also rege ich mich kurz auf und muss mir dann den nächsten flug nach london ziehen, der erst um 10 uhr nachts ankommen wird.

sonntagmorgen, 27.8. 01:00
nach einer endlosen odyssee dank verspätetem flieger, stehenbleibendem zug vom flughafen luton nach london und feierabend bei der tube erreiche ich die legendäre bluesbar, wo der türsteher mich noch kennt und nur meint: aaaah, you missed you flight, huh? your friend is waiting since three hours.
das nennt man kommunikation!

sonntagmorgen, 27.8. 05:00
todmüde fallen wir in unsere hostelbetten

sonntag, 27.8. 10:00
beim frühstück planen wir unseren verbleibenden tag und entscheiden uns dann für die wohl beste option, wie man all die dinge, die wir noch machen wollten, in so wenig zeit unter einen hut kriegt.

sonntag, 27.8. 13:00
in der toilette eines pubs in einer englischen vorstadt vollziehen floo und ich den garderobenwechsel und starten von hier uns unsere reise, die uns einmal ins universum und pünklich auf den beginn des gigs von BOOT LED ZEPPELIN wieder zurück bringt.

montag, 28.8. 03:00
nach einer langen reise und einer denkwürkigen nacht inklusive sightseeing trennen sich unsere wege: flo muss auf ihren flieger nach hamburg zurück, ich habe noch ein paar stunden mehr zeit, die ich teils in denkwürdiger gesellschaft bei einer noch denkwürdigeren diskussion verbringe, teils allein, allerdings auch ohne schlaf, dafür mit viel kaffee um wach zu bleiben, bis dass abends um 6 uhr mein flieger von london luton nach basel started, wo ich dann feststellen muss, dass diese easy jet penner meinen rucksack in luton vergessen haben.


WHAT A CRAZY WEEKEND!