Misty Glapf Tour 2007
DONNERSTAG, 19. JULI 9:30 UHR
Mit einem riesen Doots in der Hand trifft Fahrer Micha seinen ersten Passagier beim Carparkplatz am Sihlquai frühmorgens an. Als alle Rucksäcke, Taschen, Zelte und Instrumente in den roten Peugeot geladen sind, brechen die 5 auf, um sich mit dem Rest der Tourcrew an der Autobahnraststätte Kempttal zu treffen. In der Zwischenzeit laden Arie und Marc den kleinen roten Honda bis zum Dach...
Bei Kaffee und Gipfeli wird die Route festgelegt und werden die Sitzplätze verteilt. Ein Teil des Tourproviants (Pizzabrot vom Marc) wird dann aber auf dem Autodach (Honda von Aries Papi) vergessen und ist beim schon Einfahren auf die Autobahn in de Schweiz gebleebe.
DONNERSTAG, 19. JULI 16:00 UHR
Fünf Stunden und ein paar lustige deutschte Raststätten
später kommen die zwei Vehikel dann im hessischen Kaff Breitenbach an, wo das BURG HERZBERG FESTIVAL stattfindet; mit einem 15000-Seelen Zeltdorf namens Freakcity, zwei offiziellen Bühnen und einem Haufen Originalbands und Acts die ihr Schaffen der Musik der 60er und 70er Jahre verschrieben haben.
Hier beim MISTY GLAPF-Jamzelt auf der HAS-Bühne trifft sich die gesamte Tourfamily zum ersten Mal:
Sängerin Meli aus Nürnberg, Gitarrist Gaisser, Bassist Geuermichi, Gitarrist Flo und Keyboarder Fäbu von der Grateful Dead-Coverband AOXOTOXOA, Roadie Thilo aus Berlin, Tourhund Chica und die GINGER-Mannschaft: Gitarrist Marc, Gitarrist Micha, Drummer Ändoots und Bassistin Arie.
DONNERSTAG, 19. JULI 22:00 UHR
Als dann alle ordentlich geglapft sind
und ein kultureller Austausch in Sachen Bier stattgefunden hat (Feldschlösschen gegen Wicküler), spielen GINGER das erste Set des Abends auf der heimlichen "Hauptbühne". Unsere direkt anliegenden Zeltnachbarn sind alle begeistert von diesen Privatkonzerten, für die man noch nicht mal zu einer der zwei Bühnen pilgern muss, und schon bald haben wir "Full House" unter unserem improvisierten Blachenzelt. I was there when the crowd was coming...
FREITAG, 20. JULI 14:00 UHR
Weil dem Ändoots,
Drummer beider Bands (zumindest für dieses Festival) das Bass-Drum Pedal kaputt gegangen ist und weil das Benzin für den Generator dann auch irgendwann mal während des einstündigen "Fire-on-the-Mountain"-Jams unter der Leitung von Bobbel
ausgegangen ist, fahren einige Abenteuerlustige (Micha, Ändoots, Pascal) ins nächste grössere Kaff (Bad Hersfeld) um alle fehlenden Sachen aufzutreiben. Natürlich nicht bevor ein "Guter Morgen"-Doots die Runde gemacht hat und gewisse Freunde der flüssigen Nahrung das erste Bier geöffnet haben. Dafür stocken diese Abenteurer auf der Rückfahrt dann auch noch gleich den Biervorrat auf.
FREITAG, 20. JULI 20:00 UHR
Wieder sind abends beide Bands gespielt
und der ominöse Boogie-Man (immer mit Sonnenbrille, Schlapphut und langem Ledermantel unterwegs) entert die Bühne und entführt die beiden Bands und ihre Zuhörer in die Welt des Blues und Rock´n´Roll der 50er Jahre. Für
SAMSTAG 21. JULI, nachmittags
waren dann diverse Workshops angesagt (Wind of Change, Whole Lotta Love, Acid/Easy (AC/DC Cover) und viele mehr. Richtig durchsetzen konnte sich aber nur der Schrauber-Workshop. Das führt dann so weit, dass nach einer halben Woche Tour alle nur noch "geworkshoppt" sind und nicht mehr "gebaut", "geschraubt" oder "gedootst".
Am späteren Nachmittag spielen dann beide Bands noch je ein Set; und wieder ziehen wir viele Vorübergehende an, die stehen bleiben oder grad ganz gebleebe sind, mitdootsen, etwas zu trinken bringen (Bandmatrazen mit Sekt), fotografieren, filmen oder zum Sound tanzen. Derweil geht Geuermichi am Bass voll ab:
Es hat sich inzwischen offenbar auf dem ganzen Festival herumgesprochen, dass es da ein Schweizer Zelt gibt, wo groooooosss gedootst wird und etwa im Halbstundentakt schauen irgendwelche Freaks vorbei, die uns etwas von unserem Doots abkaufen wollen. Die Standardantwort lautet jeweils: "Wir haben selber zu wenig" (mit einem 25-Gramm-Klumpen in der Hand!) "aber mitrauchen kannste gerne".
SAMSTAG 21. JULI, abends
regnet es dann aber so gottsjämmerlich, und es wird so richtig schweinekalt, so dass wir unseren Instrumenten und dem Generator zuliebe auf weitere Konzerte am Abend verzichten. Es finden sich schliesslich alle zum URIAH HEEP Konzert auf der Hauptbühne ein, wo man klatschnass wird und von jenem spätabendlichen Auflug kehren dann einige nicht mehr zurück, sondern sumpfen in der Cocktailbar ab, während die anderen Tee mit Rum und heissen Met auf Gaskochern machen. Sija Doots-Drummer Love macht dann noch eine kleine Show als Feuerspucker.
Am SONNTAG, 22. JULI, etwa um 10:00 UHR morgens legen sich dann die letzen langsam schlafen. Die Gerüchte über zwei verschollene Tourcrewmitglieder (eines männlich, eines weiblich) sind auch schon am brodeln.
Infolge Regenfalls die ganze Nacht hindurch hat sich der kleine Weg am Abhang von unserem Zelt zu den Klos in einen Matschberg verwandelt, wo zwei wackere (Päsce und Fäbu) Workshop im Blachenschlitteln abhalten: vorbeigehnde Festivalbesucher werden angehalten, auf eine Blache gesetzt und den Matschhügel herunter gezogen. Unsere direkte Zeltnachbarin dokumentiert dies fotografisch und verknipst etwa 3 Filme in eineinhalb Stunden.
Zum Glück haben wir am SONNTAGABEND dann mehr Glück mit dem Wetter und beide Bands können noch einmal voll aufdrehen - aber natürlich erst, nachdem das obligate BURG HERZBERG-Fondue verspiesen wurde und die letzte Band (Embryo) von allen Beteiligten kommentiert wurde. Arie:"E chli intellektuell" Geuer: "Isch eifach en Seich!" (das war ja gemeint!) Marc: "Also jetz hani Luscht zum Jamme!"
MONTAGMORGEN 23. JULI 6:00 UHR
Als dann der letzte Ton von GINGERS Konzert erklingt, ist es doch schon tatsächlich wieder hell und es sind noch immer ca 30 Leute vor unserem Bühnenzelt am abfeiern. Der letzte Workshop an jenem Festival schenkt den Deutschen dann noch eine neue Nationalhymne und uns Schweizern auch eine verhendrixte Version der eigenen.
MONTAG 23. JULI 12:00 ist dann Tagwache angesagt. Zelte werden abgebrochen, leere Flaschen ins Dorf zurück gekarrt in der Hoffnung auf Flaschenpfand, Adressen ausgetauscht und Erinnerungsmomente aufgefrischt. Als wir dann zwei Stunden später losfahren rutscht uns das erste Souvenir vom Herzberg-Festival über die Windschutzscheibe vom Autodach herunter: eine Gabel ist da noch gebleebe und mit ihr ein total verregnetes Steak, was da oben vor mindesten 48 Stunden hundesicher platziert worden ist.
MONTAG, 23. JULI, 20:30 UHR
Viele (Ver)Fahrstunden später trifft sich dann die ganze Gesellschaft wieder beim Hans in Wolframs-Eschenbach nahe Nürnberg. Der Hans ist ein grosser AOXOTOTOXOA-Fan und bietet den zwei Bands auf Tour für 2 Tage Asyl: wir können duschen, werden grossartig bekocht (oder begrillt:Schweinemagen) und spielen dann spätabends noch je Band ein Akustikset in Hansens Gartenbühnenpavillion. Inzwischen hat sich ein neues Dootser-Spiel montiert, das verlangt, dass man beim Weitergebem von Doots eine Rechenaufgabe stellen muss und wer sie zuerst löst, erhält den Doots. Dem Fäbu ist das aber zu blöde mit den Zahlen und dann fängt er Kreuzworträtselfragen zu stellen:
Fäbu: "Begabung mit 5 Buchstaben"
Jemand aus der Runde: "Talent!"
Nochmals Jemand aus der Runde: "Ja aber Talänt het doch 6 Buechstabe"
Fäbu: "Jä, chunt dänk druff ah wie mers schriibt"
DIENSTAG, 24. JULI 9:00 UHR
Früh am Morgen stehen die ersten schon wieder auf: die einen wegen des Hundes, die anderen weil sie aufs Arbeitsamt müssen. Schon bald hat der Hans ein grossartiges Frühstückbuffet mit frischgebackenen Brötchen montiert. Danach kriechen die einen noch einmal in den Schlafsack, die anderen fahren nach Nürnberg und decken sich in einem Musikladen mit Saiten und anderem Zeug ein (ist halt schon ein rechtes Stück günstiger im Vergleich zu der Schweiz!).
Am DIENSTAGABEND UM 18:00 UHR trifft sich dann die ganze Tour-Family wieder in Nürnberg beim Griechen. Da wird schon mal vor dem Essen Ouzo geext - das wird ja noch ein heiterer Abend werden! Inzwischen sind der richtige AOXOTOXOA Drummer, Dr. Knebel, der in der Schweiz gebleebe war und ebenso Roadie Thilo, der uns am Freitagabend verlassen hat und gehasenheidet war, auch wieder zur Tourfamily gestossen und während wir auf der Pegnitzbühne gesoundcheckt sind, führt er einen grossartigen Workshop durch und dreht einen Doots nach dem andern für die Bühne. (Und ich dachte immer der Roadie sei der, der alles verkabele und so... unserer sieht seine Aufgabe offenbar woanders. Grooosss!)
MITTWOCH, 25. JULI, früher Nachmittag
Nach einer durchgeklopften Nacht wachen die einen im Hotel Meli, die andern in der Pegnitz auf. So langsam trudeln dann alle wieder beim Hans ein, wo es bereits wieder Leckeres ab dem Grill gibt. Inzwischen hat sich die Tour-Family um weitere Schweizer Menschen und Hunde erweitert: der WAT ist mit Freundin angereist, ebenso die Denise, Francoise mit ihren zwei Hunden und der Mösli mit seinem Vierbeiner.
MITTWOCH 25. JULI 20:00 UHR
Für Hans und unsere Landsmänner spielen wir wieder in Hansens Gartenpavillion ein paar Sets. Seit dem Klopferabend in der Pegnitz haben wir auch noch einen nürnbergischen Einheimischen als Touranhängsel, über die Angenehmheit dessen Gesellschaft sind wir uns nicht ganz einig: den einen geht er mit seinem esoterischen Gebabbel ziemlich auf den Geist - die andern jammen mit ihm ab.
DONNERSTAGMORGEN 26. JULI 11:00
ist Tagwacht. Wieder alles eingepackt und wieder nordwärts gefahren. Diesmal ist unser Ziel das DANCING BEAR OPEN AIR in Wolfsbehrigen bei Eisenach. Wir sind also geostet. So sehr geostet, dass sogar vor vergessenen sowjetischen Landminen gewarnt wird und man solle doch die Wege nicht verlassen!!!!
DONNERSTAGABEND 26. JULI 20:00 UHR
Die GINGER JAM BAND hat die Ehre dieses Festival am Donnerstagabend im Rahmen der HAS Revival Night zu eröffnen und kurz darauf trudeln auch noch LAST AVENUE ein, die mit ihrem straighten rockigen Sound und einigen zum Anlass passenden Covers überzeugen. Den Abend schliessen dann AOXOTOXOA mit einem langen, psychedelischen Set. Irgendwann geht dann mal dem Drummer "der Pfuus" aus und dann wars das halt.
Von FREITAG, 27. JULI hat die Berichterstatterin nicht viel mitbekommen, weil sie an jenem Tag gebielefeldet war und ihren Kumpeln von SIENA ROOT einen Besuch abgestattet hat, die da am KRACH AM BACH-FESTIVAL gespielt waren. Tourhund Chica wurde also in Obhut von GINGER-Gitarrist Marc und Roadie Thilo abgegeben.
Die Nachmittage zwischen dem Aufstehen und den Shows vergehen meistens mit viel Chillen

und ab und an auch mal einer Runde App:
(App=Appenzeller Schnaps, Lieblings-Getränk aller Arctic Monkeys Fans (Fäbu4Days) und Tourbleier).
SAMSTAG, 28. JULI 13:00 UHR
Als die Berichterstatterin dann knappe 24 Stunden später zurückkehrte regnete es grade mal wieder und ein Grossteil der Tourfamily war "gesprudelt" im naheliegenden Bad Langensalza. Die einen mussten sich sogar extra bei DANCING BEAR-Chef und Dead-Merch-Lieferant für die Schweiz Oskar ein neues Shirt kaufen, weil sie keine frischen Klamotten mehr hatten und weil man ja nach dem Wellnessbaden schon ganz gerne saubere Wäsche anzieht.
SAMSTAG, 28. JULI 16:00 UHR
Nachdem sich die einen oder andern etwas länger oder kürzer verfahren hatten, wurde - sobald die GINGER Jam Band komplett war - mit dem Soundchecken begonnen, und dann waren die einen noch schnell geeisteet (Eistee mit Inhalt!) bevor GINGER abermals die Bühne bestieg und den letzten Abend eröffnete. Während des Konzerts trudelten dann die letzten Verspäteten noch ein und als wir von der Bühne stiegen, war die Welt so schön bunt und freundlich. Es folgte ein Tourfotoshooting auf den Heuballen, was eine ziemliche Organisation war, alle auf ein Bild zu bringen. Danach waren noch etliche weitere geeisteet oder gepilzt und für den Rest des Abends konnte man einige abdriften, in den Feldern herumspazieren, Frisbee spielen oder keinen Doots mehr schrauben können sehen. An jenem Abend gaben noch einmal alle Vollgas und der nächste Morgen war dann um einige Gerüchte reicher: wer bei wem im Zelt oder Bus geschlafen hat, ist immer eine willkommene Zutat für die Tourgerüchteküche.
SONNTAG 29. JULI 11:00 UHR
Eigentlich wäre nach Geuerplan jetzt etwa Tagwacht. Da der Michi aber noch schläft, treffen sich dann die wenigen aufgestandenen mal im Schulzimmer bei Frühstücksbuffet wo sich Bands vom Vorabend genauso wie Festivalbesucher die schweren Köpfe in die Hände stützen und den Kater mit Kaffee zu vertreiben suchen. Einige tauschen Adressen aus, bevor sie fahren, die meisten sind nach dem Frühstück aber noch einmal gebettet. Zwischen 15 und 16 Uhr fahren dann die 6 Schweizer Autos alle ab, nicht ohne sich überschwänglich verabschieded und noch viel Geblei ausgetauscht zu haben.
MONTAGNACHT 30. JULI 00:30 UHR
Nach vielen Stunden Stau kommen wir endlich in Zürich an. Ich werde netterweise noch auf ein spätes Abendessen eingeladen, bevor ich die letzten 20km unter die Räder nehme und spätnachts im MISTY FOREST VIEW CLUB ankommen, wo die Tour ja schon bald weitergehen wird...
Mit einem riesen Doots in der Hand trifft Fahrer Micha seinen ersten Passagier beim Carparkplatz am Sihlquai frühmorgens an. Als alle Rucksäcke, Taschen, Zelte und Instrumente in den roten Peugeot geladen sind, brechen die 5 auf, um sich mit dem Rest der Tourcrew an der Autobahnraststätte Kempttal zu treffen. In der Zwischenzeit laden Arie und Marc den kleinen roten Honda bis zum Dach...
Bei Kaffee und Gipfeli wird die Route festgelegt und werden die Sitzplätze verteilt. Ein Teil des Tourproviants (Pizzabrot vom Marc) wird dann aber auf dem Autodach (Honda von Aries Papi) vergessen und ist beim schon Einfahren auf die Autobahn in de Schweiz gebleebe.
DONNERSTAG, 19. JULI 16:00 UHR
Fünf Stunden und ein paar lustige deutschte Raststätten
später kommen die zwei Vehikel dann im hessischen Kaff Breitenbach an, wo das BURG HERZBERG FESTIVAL stattfindet; mit einem 15000-Seelen Zeltdorf namens Freakcity, zwei offiziellen Bühnen und einem Haufen Originalbands und Acts die ihr Schaffen der Musik der 60er und 70er Jahre verschrieben haben.
Hier beim MISTY GLAPF-Jamzelt auf der HAS-Bühne trifft sich die gesamte Tourfamily zum ersten Mal:
Sängerin Meli aus Nürnberg, Gitarrist Gaisser, Bassist Geuermichi, Gitarrist Flo und Keyboarder Fäbu von der Grateful Dead-Coverband AOXOTOXOA, Roadie Thilo aus Berlin, Tourhund Chica und die GINGER-Mannschaft: Gitarrist Marc, Gitarrist Micha, Drummer Ändoots und Bassistin Arie.
DONNERSTAG, 19. JULI 22:00 UHR
Als dann alle ordentlich geglapft sind
und ein kultureller Austausch in Sachen Bier stattgefunden hat (Feldschlösschen gegen Wicküler), spielen GINGER das erste Set des Abends auf der heimlichen "Hauptbühne". Unsere direkt anliegenden Zeltnachbarn sind alle begeistert von diesen Privatkonzerten, für die man noch nicht mal zu einer der zwei Bühnen pilgern muss, und schon bald haben wir "Full House" unter unserem improvisierten Blachenzelt. I was there when the crowd was coming...
FREITAG, 20. JULI 14:00 UHR
Weil dem Ändoots,
Drummer beider Bands (zumindest für dieses Festival) das Bass-Drum Pedal kaputt gegangen ist und weil das Benzin für den Generator dann auch irgendwann mal während des einstündigen "Fire-on-the-Mountain"-Jams unter der Leitung von Bobbel
ausgegangen ist, fahren einige Abenteuerlustige (Micha, Ändoots, Pascal) ins nächste grössere Kaff (Bad Hersfeld) um alle fehlenden Sachen aufzutreiben. Natürlich nicht bevor ein "Guter Morgen"-Doots die Runde gemacht hat und gewisse Freunde der flüssigen Nahrung das erste Bier geöffnet haben. Dafür stocken diese Abenteurer auf der Rückfahrt dann auch noch gleich den Biervorrat auf.
FREITAG, 20. JULI 20:00 UHR
Wieder sind abends beide Bands gespielt
und der ominöse Boogie-Man (immer mit Sonnenbrille, Schlapphut und langem Ledermantel unterwegs) entert die Bühne und entführt die beiden Bands und ihre Zuhörer in die Welt des Blues und Rock´n´Roll der 50er Jahre. Für
SAMSTAG 21. JULI, nachmittags
waren dann diverse Workshops angesagt (Wind of Change, Whole Lotta Love, Acid/Easy (AC/DC Cover) und viele mehr. Richtig durchsetzen konnte sich aber nur der Schrauber-Workshop. Das führt dann so weit, dass nach einer halben Woche Tour alle nur noch "geworkshoppt" sind und nicht mehr "gebaut", "geschraubt" oder "gedootst".
Am späteren Nachmittag spielen dann beide Bands noch je ein Set; und wieder ziehen wir viele Vorübergehende an, die stehen bleiben oder grad ganz gebleebe sind, mitdootsen, etwas zu trinken bringen (Bandmatrazen mit Sekt), fotografieren, filmen oder zum Sound tanzen. Derweil geht Geuermichi am Bass voll ab:
Es hat sich inzwischen offenbar auf dem ganzen Festival herumgesprochen, dass es da ein Schweizer Zelt gibt, wo groooooosss gedootst wird und etwa im Halbstundentakt schauen irgendwelche Freaks vorbei, die uns etwas von unserem Doots abkaufen wollen. Die Standardantwort lautet jeweils: "Wir haben selber zu wenig" (mit einem 25-Gramm-Klumpen in der Hand!) "aber mitrauchen kannste gerne".
SAMSTAG 21. JULI, abends
regnet es dann aber so gottsjämmerlich, und es wird so richtig schweinekalt, so dass wir unseren Instrumenten und dem Generator zuliebe auf weitere Konzerte am Abend verzichten. Es finden sich schliesslich alle zum URIAH HEEP Konzert auf der Hauptbühne ein, wo man klatschnass wird und von jenem spätabendlichen Auflug kehren dann einige nicht mehr zurück, sondern sumpfen in der Cocktailbar ab, während die anderen Tee mit Rum und heissen Met auf Gaskochern machen. Sija Doots-Drummer Love macht dann noch eine kleine Show als Feuerspucker.
Am SONNTAG, 22. JULI, etwa um 10:00 UHR morgens legen sich dann die letzen langsam schlafen. Die Gerüchte über zwei verschollene Tourcrewmitglieder (eines männlich, eines weiblich) sind auch schon am brodeln.
Infolge Regenfalls die ganze Nacht hindurch hat sich der kleine Weg am Abhang von unserem Zelt zu den Klos in einen Matschberg verwandelt, wo zwei wackere (Päsce und Fäbu) Workshop im Blachenschlitteln abhalten: vorbeigehnde Festivalbesucher werden angehalten, auf eine Blache gesetzt und den Matschhügel herunter gezogen. Unsere direkte Zeltnachbarin dokumentiert dies fotografisch und verknipst etwa 3 Filme in eineinhalb Stunden.
Zum Glück haben wir am SONNTAGABEND dann mehr Glück mit dem Wetter und beide Bands können noch einmal voll aufdrehen - aber natürlich erst, nachdem das obligate BURG HERZBERG-Fondue verspiesen wurde und die letzte Band (Embryo) von allen Beteiligten kommentiert wurde. Arie:"E chli intellektuell" Geuer: "Isch eifach en Seich!" (das war ja gemeint!) Marc: "Also jetz hani Luscht zum Jamme!"
MONTAGMORGEN 23. JULI 6:00 UHR
Als dann der letzte Ton von GINGERS Konzert erklingt, ist es doch schon tatsächlich wieder hell und es sind noch immer ca 30 Leute vor unserem Bühnenzelt am abfeiern. Der letzte Workshop an jenem Festival schenkt den Deutschen dann noch eine neue Nationalhymne und uns Schweizern auch eine verhendrixte Version der eigenen.
MONTAG 23. JULI 12:00 ist dann Tagwache angesagt. Zelte werden abgebrochen, leere Flaschen ins Dorf zurück gekarrt in der Hoffnung auf Flaschenpfand, Adressen ausgetauscht und Erinnerungsmomente aufgefrischt. Als wir dann zwei Stunden später losfahren rutscht uns das erste Souvenir vom Herzberg-Festival über die Windschutzscheibe vom Autodach herunter: eine Gabel ist da noch gebleebe und mit ihr ein total verregnetes Steak, was da oben vor mindesten 48 Stunden hundesicher platziert worden ist.
MONTAG, 23. JULI, 20:30 UHR
Viele (Ver)Fahrstunden später trifft sich dann die ganze Gesellschaft wieder beim Hans in Wolframs-Eschenbach nahe Nürnberg. Der Hans ist ein grosser AOXOTOTOXOA-Fan und bietet den zwei Bands auf Tour für 2 Tage Asyl: wir können duschen, werden grossartig bekocht (oder begrillt:Schweinemagen) und spielen dann spätabends noch je Band ein Akustikset in Hansens Gartenbühnenpavillion. Inzwischen hat sich ein neues Dootser-Spiel montiert, das verlangt, dass man beim Weitergebem von Doots eine Rechenaufgabe stellen muss und wer sie zuerst löst, erhält den Doots. Dem Fäbu ist das aber zu blöde mit den Zahlen und dann fängt er Kreuzworträtselfragen zu stellen:
Fäbu: "Begabung mit 5 Buchstaben"
Jemand aus der Runde: "Talent!"
Nochmals Jemand aus der Runde: "Ja aber Talänt het doch 6 Buechstabe"
Fäbu: "Jä, chunt dänk druff ah wie mers schriibt"
DIENSTAG, 24. JULI 9:00 UHR
Früh am Morgen stehen die ersten schon wieder auf: die einen wegen des Hundes, die anderen weil sie aufs Arbeitsamt müssen. Schon bald hat der Hans ein grossartiges Frühstückbuffet mit frischgebackenen Brötchen montiert. Danach kriechen die einen noch einmal in den Schlafsack, die anderen fahren nach Nürnberg und decken sich in einem Musikladen mit Saiten und anderem Zeug ein (ist halt schon ein rechtes Stück günstiger im Vergleich zu der Schweiz!).
Am DIENSTAGABEND UM 18:00 UHR trifft sich dann die ganze Tour-Family wieder in Nürnberg beim Griechen. Da wird schon mal vor dem Essen Ouzo geext - das wird ja noch ein heiterer Abend werden! Inzwischen sind der richtige AOXOTOXOA Drummer, Dr. Knebel, der in der Schweiz gebleebe war und ebenso Roadie Thilo, der uns am Freitagabend verlassen hat und gehasenheidet war, auch wieder zur Tourfamily gestossen und während wir auf der Pegnitzbühne gesoundcheckt sind, führt er einen grossartigen Workshop durch und dreht einen Doots nach dem andern für die Bühne. (Und ich dachte immer der Roadie sei der, der alles verkabele und so... unserer sieht seine Aufgabe offenbar woanders. Grooosss!)
MITTWOCH, 25. JULI, früher Nachmittag
Nach einer durchgeklopften Nacht wachen die einen im Hotel Meli, die andern in der Pegnitz auf. So langsam trudeln dann alle wieder beim Hans ein, wo es bereits wieder Leckeres ab dem Grill gibt. Inzwischen hat sich die Tour-Family um weitere Schweizer Menschen und Hunde erweitert: der WAT ist mit Freundin angereist, ebenso die Denise, Francoise mit ihren zwei Hunden und der Mösli mit seinem Vierbeiner.
MITTWOCH 25. JULI 20:00 UHR
Für Hans und unsere Landsmänner spielen wir wieder in Hansens Gartenpavillion ein paar Sets. Seit dem Klopferabend in der Pegnitz haben wir auch noch einen nürnbergischen Einheimischen als Touranhängsel, über die Angenehmheit dessen Gesellschaft sind wir uns nicht ganz einig: den einen geht er mit seinem esoterischen Gebabbel ziemlich auf den Geist - die andern jammen mit ihm ab.
DONNERSTAGMORGEN 26. JULI 11:00
ist Tagwacht. Wieder alles eingepackt und wieder nordwärts gefahren. Diesmal ist unser Ziel das DANCING BEAR OPEN AIR in Wolfsbehrigen bei Eisenach. Wir sind also geostet. So sehr geostet, dass sogar vor vergessenen sowjetischen Landminen gewarnt wird und man solle doch die Wege nicht verlassen!!!!
DONNERSTAGABEND 26. JULI 20:00 UHR
Die GINGER JAM BAND hat die Ehre dieses Festival am Donnerstagabend im Rahmen der HAS Revival Night zu eröffnen und kurz darauf trudeln auch noch LAST AVENUE ein, die mit ihrem straighten rockigen Sound und einigen zum Anlass passenden Covers überzeugen. Den Abend schliessen dann AOXOTOXOA mit einem langen, psychedelischen Set. Irgendwann geht dann mal dem Drummer "der Pfuus" aus und dann wars das halt.
Von FREITAG, 27. JULI hat die Berichterstatterin nicht viel mitbekommen, weil sie an jenem Tag gebielefeldet war und ihren Kumpeln von SIENA ROOT einen Besuch abgestattet hat, die da am KRACH AM BACH-FESTIVAL gespielt waren. Tourhund Chica wurde also in Obhut von GINGER-Gitarrist Marc und Roadie Thilo abgegeben.
Die Nachmittage zwischen dem Aufstehen und den Shows vergehen meistens mit viel Chillen

und ab und an auch mal einer Runde App:
(App=Appenzeller Schnaps, Lieblings-Getränk aller Arctic Monkeys Fans (Fäbu4Days) und Tourbleier).
SAMSTAG, 28. JULI 13:00 UHR
Als die Berichterstatterin dann knappe 24 Stunden später zurückkehrte regnete es grade mal wieder und ein Grossteil der Tourfamily war "gesprudelt" im naheliegenden Bad Langensalza. Die einen mussten sich sogar extra bei DANCING BEAR-Chef und Dead-Merch-Lieferant für die Schweiz Oskar ein neues Shirt kaufen, weil sie keine frischen Klamotten mehr hatten und weil man ja nach dem Wellnessbaden schon ganz gerne saubere Wäsche anzieht.
SAMSTAG, 28. JULI 16:00 UHR
Nachdem sich die einen oder andern etwas länger oder kürzer verfahren hatten, wurde - sobald die GINGER Jam Band komplett war - mit dem Soundchecken begonnen, und dann waren die einen noch schnell geeisteet (Eistee mit Inhalt!) bevor GINGER abermals die Bühne bestieg und den letzten Abend eröffnete. Während des Konzerts trudelten dann die letzten Verspäteten noch ein und als wir von der Bühne stiegen, war die Welt so schön bunt und freundlich. Es folgte ein Tourfotoshooting auf den Heuballen, was eine ziemliche Organisation war, alle auf ein Bild zu bringen. Danach waren noch etliche weitere geeisteet oder gepilzt und für den Rest des Abends konnte man einige abdriften, in den Feldern herumspazieren, Frisbee spielen oder keinen Doots mehr schrauben können sehen. An jenem Abend gaben noch einmal alle Vollgas und der nächste Morgen war dann um einige Gerüchte reicher: wer bei wem im Zelt oder Bus geschlafen hat, ist immer eine willkommene Zutat für die Tourgerüchteküche.
SONNTAG 29. JULI 11:00 UHR
Eigentlich wäre nach Geuerplan jetzt etwa Tagwacht. Da der Michi aber noch schläft, treffen sich dann die wenigen aufgestandenen mal im Schulzimmer bei Frühstücksbuffet wo sich Bands vom Vorabend genauso wie Festivalbesucher die schweren Köpfe in die Hände stützen und den Kater mit Kaffee zu vertreiben suchen. Einige tauschen Adressen aus, bevor sie fahren, die meisten sind nach dem Frühstück aber noch einmal gebettet. Zwischen 15 und 16 Uhr fahren dann die 6 Schweizer Autos alle ab, nicht ohne sich überschwänglich verabschieded und noch viel Geblei ausgetauscht zu haben.
MONTAGNACHT 30. JULI 00:30 UHR
Nach vielen Stunden Stau kommen wir endlich in Zürich an. Ich werde netterweise noch auf ein spätes Abendessen eingeladen, bevor ich die letzten 20km unter die Räder nehme und spätnachts im MISTY FOREST VIEW CLUB ankommen, wo die Tour ja schon bald weitergehen wird...
arie - 30. July, 18:15